Fragen und Antworten


HÄUFIG GESTELLTE FARGEN / FAQfragen


Was bedeutet eingeschränkte Alltagskompetenz?

Aufgrund von demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen können Menschen in ihrer Alltagskompetenz auf Dauer erheblich eingeschränkt sein. Sie sind dann in erheblichem Maße auf Betreuung und – insbesondere zur Verhütung von Gefahren – oft auch auf allgemeine Beaufsichtigung angewiesen.

Eine Eingeschränkte Alltagskompetenz ist gegeben, wenn zwei der folgenden Bereiche gegeben sind:

  1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz);
  2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen;
  3. unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen;
  4. tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation;
  5. im situativen Kontext inadäquates Verhalten;
  6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen;
  7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung;
  8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben;
  9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus;
  10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren;
  11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen;
  12. ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten;
  13. zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression.

 

 

Was ist eine Demenz?

„Weg vom Geist“ bzw. „ohne Geist“ – so lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs „Demenz“ aus dem Lateinischen. Damit ist das wesentliche Merkmal von Demenzerkrankungen beschrieben, nämlich der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Am Anfang der Krankheit stehen Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit, in ihrem weiteren Verlauf verschwinden auch bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses, sodass die Betroffenen zunehmend die während ihres Lebens erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten verlieren.

Die Alzheimer-Krankheit ist mit einem Anteil von 60–65% die häufigste Demenzform.

 

 

Was versteht man unter Einzelpflegekräften?

Hierbei handelt es sich um selbstständige Pflegekräfte, wie zum Beispiel Altenpfleger. Sie haben die Möglichkeit, selbstständige Pflegekräfte in Anspruch zu nehmen. Die Pflegekassen schließen, wenn die Versorgung durch den Einsatz dieser Kraft besonders wirksam und wirtschaftlich ist, oder wenn dadurch zum Beispiel den besonderen Wünschen von Pflegebedürftigen zur Gestaltung der Hilfe Rechnung getragen werden kann mit den Pflegekräften einen Versorgungsvertrag. Die Abrechnung erfolgt unmittelbar zwischen der zugelassenen Einzelpflegekraft und der Pflegekasse.

 

 

Was versteht man unter Familienpflegezeit?

Mit den Neuregelungen im Familienpflegezeitgesetz und im Pflegezeitgesetz erhalten Beschäftigte mehr zeitliche Flexibilität und Sicherheit, um Angehörige zu pflegen.

Bei der Familienpflegezeit haben Beschäftigte Anspruch auf eine teilweise Freistellung von der Arbeitsleistung von bis zu 24 Monaten bei einer wöchentlichen Mindestarbeitszeit von 15 Stunden. Dies gilt gegenüber Arbeitgebern mit mehr als 25 Beschäftigten. Für die Zeit der Freistellung ist eine finanzielle Förderung durch ein zinsloses Darlehen möglich, das beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragt werden kann. Die Förderung ist auch dann möglich, wenn in kleineren Betrieben auf freiwilliger Basis eine Freistellung vereinbart wurde.

 

 

Was versteht man unter dem Begriff Grundpflege?

Die Grundpflege umfasst pflegerische Hilfen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung und Mobilität.

Die hauswirtschaftliche Versorgung und Hilfen bei der Durchführung ärztlicher Verordnungen (zum Beispiel Versorgung mit Medikamenten) zählen nicht dazu.

 

 

Wann kommt es zu Härtefällen?

Sind die Voraussetzungen der Pflegestufe III erfüllt und liegt ein außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand vor, kann die Härtefallregelung in Anspruch genommen werden. In diesem Fall gibt es höhere Leistungen. Für die Feststellung eines außergewöhnlich hohen Pflegebedarfs im Sinne der Härtefallregelungen ist Voraussetzung,

  • dass die Hilfe bei der Grundpflege mindestens sechs Stunden täglich, davon mindestens dreimal in der Nacht, erforderlich ist oder
  • dass die Grundpflege für den Pflegebedürftigen auch nachts nur von mehreren Pflegekräften gemeinsam (zeitgleich) erbracht werden kann.

Wenigstens bei einer Verrichtung tagsüber oder nachts muss dabei neben einer professionellen mindestens eine weitere Pflegeperson tätig werden, die nicht bei einem Pflegedienst beschäftigt sein muss (zum Beispiel Angehörige).

 

 

Was sind Kombinationsleistungen?

Der Bezug von Pflegegeld und Pflegesachleistungen kann in der häuslichen Pflege auch zu einer Kombinationsleistung zusammengefasst werden. Das Pflegegeld vermindert sich dann prozentual in dem Umfang, in dem in dem die ambulante Pflegesachleistungen in Anspruch genommen worden sind.

 

 

Was ist eine Kurzzeitige Arbeitsverhinderung?

Bei einer akuten Pflegesituation eines nahen Angehörigen können Beschäftigte der Arbeit bis zu zehn Arbeitstage fernbleiben, um die Pflege zu organisieren. Eine ärztliche Bescheinigung über die voraussichtliche Pflegebedürftigkeit des Angehörigen und die Erforderlichkeit der Arbeitsbefreiung sollte vorgelegt werden. Eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung können alle Beschäftigten in Anspruch nehmen. Es steht zusätzlich ein Pflegeunterstützungsgeld als Entgeltersatzleistung für die kurzfristige Organisation der Pflege einer beziehungsweise eines nahen Angehörigen zu.

 

 

Was ist Kurzzeitpflege?

Manche Menschen sind nur für eine kurze Zeit auf vollstationäre Pflege angewiesen. Für sie gibt es die Kurzzeitpflege. Während der Kurzzeitpflege wird das Pflegegeld für bis zu acht Wochen im Kalenderjahr zur Hälfte weitergezahlt. Häufig ist das nach einem Krankenhausaufenthalt der Fall oder wenn die häusliche Pflege für eine bestimmte Zeit ausgesetzt werden muss oder soll.

 

 

Was ist Verhinderungspflege?

Wenn pflegende Angehörige wegen Urlaubs oder einer Erkrankung ihre Angehörigen nicht pflegen können, zahlt die Pflegekasse eine notwendige Ersatzpflege. Dieser Anspruch besteht für maximal sechs Wochen im Jahr. Man nennt dies Verhinderungspflege. Während der Verhinderungspflege wird das Pflegegeld für bis zu sechs Wochen im Kalenderjahr zur Hälfte weitergezahlt.

Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege können kombiniert werden. Die Kurzzeitpflegemittel können somit auf bis zu 3.224 Euro erweitert werden.

Bei der Verhinderungspflege kann durch die Kombination der halbe Betrag aus der Kurzzeitpflege angesetzt werden. Es gibt sich also ein Höchstbetrag von 2.418 Euro. Damit lohnt es sich, diese beiden Formen der Pflege zu kombinieren!

 

 

Was ist der Unterschied zwischen Pflegegeld und Pflegsachleistung?

Pflegebedürftige können selbst darüber entscheiden, wie und von wem sie gepflegt werden. Deshalb besteht die Möglichkeit, entweder ambulante Pflegesachleistungen, also Pflege von Pflegediensten oder Pflegegeld in Anspruch zu nehmen.

Voraussetzung für den Bezug von Pflegegeld ist, dass die häusliche Pflege selbst sichergestellt ist, zum Beispiel durch Angehörige. Das Pflegegeld wird direkt von der Pflegekasse überwiesen.

Die Pflegesachleistung wird direkt von den Pflegekassen an die Pflegedienste ausgezahlt. Der Pflegebedürftige hat bei diesem Pflegemodell in der Regel keinerlei Verfügung über sein Geld.

 

 

Wann kann ich Pflegezeit in Anspruch nehmen?

Beschäftigte haben nach dem Pflegezeitgesetz Anspruch auf eine vom Arbeitgeber nicht bezahlte Freistellung von der Arbeit für maximal sechs Monate, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen. Hierbei können Beschäftigte vollständig oder teilweise freigestellt werden. Der Anspruch besteht nicht gegenüber Arbeitgebern mit 15 oder weniger Beschäftigten. Für die Zeit der Freistellung besteht zur Abfederung von Einkommensverlusten ein Anspruch auf finanzielle Förderung durch ein zinsloses Darlehen, das beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben beantragt werden kann.

Während der Pflegezeit zahlt die Pflegekasse auf Antrag Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung. Zudem werden Rentenversicherungsbeiträge zwischen ca. 125 und 434 Euro im Monat gezahlt. Vorausgesetzt, dass die Pflege mindestens 14 Stunden pro Woche erfolgt.

Außerdem besteht für die Pflege naher Angehöriger in häuslicher Umgebung ein beitragsfreier gesetzlicher Unfallversicherungsschutz

 

 

Was ist eine Tages- und Nachtpflege (Teilstationäre Versorgung)?

Die Tagespflege/ Nachtpflege wird in der Regel von Pflegebedürftigen in Anspruch genommen, deren Angehörige tagsüber berufstätig sind bzw. nachts die Pflege nicht machbar ist. Die Pflegebedürftigen werden meist morgens/abends abgeholt und nachmittags/morgens nach Hause zurückgebracht. Die Tagespflege/ Nachtpflege findet in Pflegeheimen oder in einer Tagesstätte statt. Pflegebedürftige erhalten dort ihre Mahlzeiten, befinden sich in Gesellschaft und werden körperlich und geistig aktiviert bzw. verbringen dort Ihre Nacht.

 

 

Was sind zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen?

Pflegebedürftige, die auf Dauer erheblich in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind, sowie auch Pflegebedürftige, die ausschließlich oder vorwiegend körperlich beeinträchtigt sind, erhalten einen Betreuungs-­ und Entlastungsbetrag. Dieser dient der Erstattung von Aufwendungen, die im Zusammenhang mit einer

  • teilstationären Tages­- oder Nachtpflege,
  • einer Kurzzeitpflege,
  • besonderer Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung oder hauswirtschaftlichen Versorgung ambulanter Pflegedienste (nicht aber Leistungen der Grundpflege) oder
  • Leistungen in Form von nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten entstehen.